Parksünder  
   

Roman, Wien, Picus 2009, 222 Seiten
Oktav, Hardcover, ISBN 978-3-85452-647-6,Gestaltung: Dorothea Löcker, isopix/picturedesk

Rémi ist ein junger, erfolgreicher Ministerialbeamter. Seine strenge politische Linie, sein ganzes Leben gerät ins Wanken, als er sich, mitten in einem Aufstand der Straße, mit einer schweren Grippe ins Bett legen muss und einen Anruf seiner Schwester Mireille erhält: Cornélie, seine Mutter, ist gestorben. Krank und erschöpft macht er sich auf den Weg zu ihrem Begräbnis in das kleine französische Bergdorf, das sich die Eltern für ihr Aussteiger-Dasein ausgesucht hatten. Ein Dorf, das ihm verhasst ist, eine Mutter, die eine etwas andere Mutter war, eine, die sich nicht darum kümmerte, was die Leute sagten, Liebhaber hatte und gleichzeitig ein strenges Regiment bei ihren drei Kindern führte, vor allem nach dem tragischen Tod des Vaters.
Voller Bitterkeit taucht Rémi in seine Erinnerungen, während der Leser im Rhythmus der Briefe, die die Mutter an den Sohn und an die Tochter Marlène schrieb, eine ganz andere Stimme hört. Briefe, die Rémi und Marlène nie lesen wollten ...
In ihrem neuen Roman erzählt Sylvie Schenk mit Leichtigkeit von dem Werdegang dieser 'Parksünder'. Sie lässt die Abgründe hinter der Fassade eines aufstrebenden Karrieristen erahnen und führt ihre Protagonisten fast beiläufig zu der zentralen Frage nach dem Sinn des Lebens.

Parksünder
Roman Parksünder (2009)

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Pressestimmen:

Aachener Nachrichten, 3.9.2009:
»Schenks neuer Roman Parksünder ist keine rührselige Schmonzette, sondern eine kraftvolle Auseinandersetzung mit einer Familiengeschichte, die nicht ganz alltäglich ist und doch vielen vertraut erscheinen wird. (...) Leichthändig und unterhaltsam schreibt die Autorin über Familienbande – und wahrhaft tiefschürfend kratzt sie den Schorf von den Blessuren der Kindheit (...) Die Reise Rémis in das abgelegene Bergdorf seiner Kindheit wird zu einem Leseabenteuer, par excellence, das man nicht missen möchte.«

Aachener Nachrichten, 9.9.2009:
»Sylvie Schenks Roman Parksünder ist eine superbe Mischung von glänzender Unterhaltung und tragikomischer Familiengeschichte.«

Literatur-Report, 16.9.2009:
»In ihrem neuen Roman erzählt die in Frankreich geborene, aber in Deutschland lebende Sylvie Schenk mit Leichtigkeit von dem Werdegang der ‘Parksünder'. Sie lässt die Abgründe hinter der Fassade eines aufstrebenden Karrieristen erahnen und führt ihre Protagonisten fast beiläufig zu der zentralen Frage nach dem Sinn des Lebens.«

ORF, 15.10.2009:
»Eine spannende und tragische Familiengeschichte«

Belgischer Rundfunk, 30.10.2009 (Eduard Hoffmann):
»Eine vielschichtige und hintergründige Erzählung, die voller Poesie steckt und wunderbare Bilder entwirft ... und nicht zuletzt auch ein politisches Buch, das insbesondere einen kritischen Blick auf die unruhigen und vielfach von Gewalt geprägten französischen Verhältnisse mit einer Regierung Sarkozy richtet.«

Maxima, 1.12.2009:
»Ein kluger Roman über Liebe, Karriere und Familienbande.«

Magazin Bücher, 1.12.2009 (NC):
»Die Reise in sein Heimatdorf wird für Rémi zur emotionalen Konfrontation: Jahrelang hatte seine Mutter in Briefen an ihre Kinder versucht, das desolate Verhältnis zu reparieren, mit den Vorurteilen gegenüber den alternativen Ansichten der Eltern aufzuräumen. In den Briefen erweist sich Rémis Karriere als Protest gegen das Alt-68er-Milieu seiner Eltern. Der vierte Roman der deutsch-französischen Autorin Sylvie Schenk ist aber gottlob keine gesellschaftspolitische Abhandlung. Virtuos erzeugt sie eine Stimmung, die fesselt und gebannt hält – bis zum überraschenden Showdown.« (4 von 5 Punkten)
»Das gestochen scharfe Profil eines Karrieristen, den die Emotionen seiner Kindheit ins Wanken bringen. Fesselnd erzählt!«

Bücherschau, 1.1.2010:
»Die Autorin wartet nun in der Folge mit einem genialen Kunstgriff auf. In Form eines beinahe rhythmischen Briefwechsels, den die verstorbene Mama ihren Kindern schrieb und den ihr Sohn erst nach ihrem Tode zu Gesicht bekommt, entsteht ein Dialog im Nachhinein. Dieses Buch führt einen sachte, ja beinahe betulich, dorthin und ist wirklich lesenswert. (...) Einmal in den Rückspiegel des eigenen Lebens zu schielen und den Blick dabei nicht abzuwenden – davor darf man nicht kneifen.«

Der Standard, 27.3.2010 (Daniela Strigl):
»Sylvie Schenk hat mit Parksünder einen hervorragenden, von der Kritik allerdings übersehenen Roman geschrieben (...) Die These sei gewagt: Wäre dieses hervorragende Buch in einem prominenten deutschen Verlag erschienen, es wäre längst in aller Munde. (...) Der Enddreißiger Rémi Signol ist ein Hagestolz, der nur seinen Kater Pompidou an sich heranlässt, ein Verfechter der Ordnung und des Leistungsgedankens, der alles, besonders aber die eigenen Gefühle, eisern im Griff hat. Die Verkühlung bietet dem Intimus der Bildungsministerin eine nicht unwillkommene Gelegenheit zur Flucht, sind doch gerade schwierige Verhandlungen mit renitenten Studenten zu führen. Rémi hat Fieber, „genug, um das zwielichtige Gefühl des Besiegten zu empfinden, zu wenig, um das Denken abzuschalten“, und so akzeptiert er das Bett als den ihm angemessenen Ort. Kaum je hat man übrigens eine so furchterregend plastische Schilderung der Symptomatik des gemeinen grippalen Infekts gelesen. (...) Sylvie Schenk beschreibt nun, prägnant, mit großem Feingefühl und ohne einen falschen Ton, die sachte Wandlung eines Zynikers, die zu spät kommt - und auch wieder nicht. Rémi ist kein Versager, kein komischer Kauz à la Genazino, sondern einer, der so eifrig damit beschäftigt war, im Kampf um den Aufstieg seine ländlichen Wurzeln abzustreifen, dass er seine Familie gleich mitabgestreift und sich hinter seinen Prinzipien verbarrikadiert hat. Die Eltern waren von der 68er-Bewegung als Aussteiger in die Alpen gespült worden: ein Generationskonflikt der etwas anderen Art. Die Beziehung zur lesewütigen, ebenso strengen wie flatterhaften Mutter war seit langem gestört: Rémi und seine Schwester Marlène konnten ihr ihre Liebhaber nicht verzeihen, sie beantworteten ihre vielen Briefe nicht. Etliche dieser Briefe, hartnäckige Versuche, sich ihren Kindern verständlich zu machen, sind von Beginn an in die Erzählung montiert. Sie zeigen, dass die Mutter schon lange weiß, was ihr Sohn gerade erst ahnt - dass er so, wie er lebt, nicht glücklich werden kann: „Nur für den Menschen hat die Leere ein Gewicht, tonnenschwer. Es entsprach der Masse des entflohenen Glücks, ein tumorartiges Gefühl.“ (...) Dass es der Deutschfranzösin Sylvie Schenk gelungen ist, aus der wenig aufregenden Konstruktion - ein Sohn reist zum Begräbnis der Mutter, deren Geschichte sich aus Briefen erschließt - einen so aufregenden, gerade in seiner Härte bewegenden Roman zu machen, grenzt ebenso an ein Wunder wie der Witz in einem Buch, in dem es wahrlich an Dramen nicht fehlt: das ideale Geschenk für Mütter mit Humor.«
[vollständig online unter derstandart.at und natürlich im PDF]

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2010 (btro):
»Ein alleinstehender Mann Anfang vierzig: Die Midlife-Crisis ist programmiert. Als eine Erkältung den Pariser Ministerialbeamten Rémi zum Innehalten zwingt, kommt eine Kette katastrophaler Ereignisse in Gang: Die Mutter stirbt, die begehrte Frau fällt ins Koma. (...) So lauscht man zwei Erzählstimmen, zwei Melodien in unterschiedlichen Molltonarten. Die beiden Figuren werden plastisch, glaubwürdig, exemplarisch. Und die Krise zum Ergebnis so berechtigter wie irriger Entscheidungen. Dass im gesamten Erzählgang unaufgelöst bleibt, ob Rémi die zitierten Briefe tatsächlich liest, während er sich erinnert, und was wohl in den nicht zitierten Briefen stehen könnte, macht die Lektüre fesselnd. Dem Leser bleibt überlassen, welches moralische Urteil am Ende über Mutter und Sohn zu fällen ist. Parksünder zeigt, dass Wunsch und Wirklichkeit im Modell der Kleinfamilie oft weit auseinanderklaffen. Und dass man, anders als Orpheus, gelegentlich zurückblicken muss, will man der Unterwelt dieses Modells entkommen.«

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