Die Tochter des Buchhändlers  
   

Roman, Wien, Picus 2008,154 Seiten
Oktav, Hardcover, ISBN 978-3-85452-634-6, Gestaltung: Dorothea Löcker, Stefan Freund/Deepol

Ein Buchhändler in einer mittelgroßen Stadt ist zu früh gestorben. Ein Buchhändler mit Leib und Seele, leidenschaftlich, aber hoch verschuldet. Seine Tochter Alice steht nun vor der Entscheidung, seinen Laden und damit auch sein Lebenswerk weiterzuführen oder einen Schlussstrich zu ziehen. Sie steht gleichsam vor der Frage, ob Leidenschaft und Vernunft sich in ihrem Leben verbinden lassen werden.
"Wer glaubt, die Wahl zu haben, ist schon bereit, sich selbst zu verleugnen", meint der Schriftsteller Paul, der ebenso wie Alice ein Suchender ist. Beide suchen sie nach Geschichten, nach Seelenverwandten, nach ihrem eigenen Leben. Der Buchhändler ist das imaginäre Band zwischen ihnen, hat er doch Paul einst zu einer Lesung eingeladen - bei der sich Alice in ihn verliebte. Doch zu sehr verlieren die beiden sich in Begegnungen mit anderen, zu viel geht in ihren Köpfen und Seelen vor, als dass sie einander mehr als flüchtig begegnen könnten ...

Die Protagonisten in Sylvie Schenks Roman über Menschen auf der Suche nach sich selbst, nach einem Lebenssinn, werden von der Eigendynamik der Geschichte angetrieben, deren Sog die Leserinnen und Leser nicht mehr loslässt. Über allem und allen schwebt die Figur des Buchhändlers, der jedem etwas anderes bedeutet hat, und damit die Liebe zur Literatur, zum Schreiben und zum Lesen.

 

Die Tochter des Buchhändlers
Roman Die Tochter des Buchhändlers (2008)

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Übersetzt wurde das Buch ins Niederländische (De dochter van de boekhandelaar) und erschien im Juni 2009 als Hardcover bei Strengholt. Übersetzung: Gerda Meijerink. 149 Seiten, ISBN 978-9049400-46-0

Auszüge aus einer französischen Übersetzung von Florence Tenenbaum (La fille du libraire) zusammen mit einer Zusammenfassung des Inhalts und wichtiger Pressestimmen gibt es hier als Download (PDF, 18 pages).

De dochter van de boekhandelaar
Sylvie Schenk op nederlands: De dochter van de boekhandelaar (2009)

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Pressestimmen:

Tirol am Sonntag, 13.7.2008:
»Schenk beschreibt Menschen auf der Suche nach sich selbst, und zieht den Leser in die Geschichte regelrecht hinein.«

Buchkultur, 1.8.2008:
»Eine liebevolle Hommage an einen Beruf, an die Literatur und das Glück beim Lesen.«

taz, 20.9.2008 (Jochen Schimmang):
»Dies ist ein zauberhaftes Buch. Natürlich fängt man mit einem solchen Satz keine seriöse Kritik an, allerhöchstens dürfte er am Ende stehen. Ich möchte es aber gleich vorweg sagen und bin dabei trotzdem ganz seriös. Zauberhaft heißt nicht märchenhaft und nicht versponnen. Sylvie Schenks Roman über den Tod eines Buchhändlers und seine Folgen bleibt auf den gesamten gut 150 Seiten immer auf der Erde. Es geht darin auch nicht immer ganz gesittet zu. Da wird zum Beispiel hinter der Ladentheke gevögelt, ein erfolgreicher Schriftsteller muss auf dem Bahnsteig kotzen, und nicht alle, die um den Toten trauern, sind sich untereinander grün. Aber im Lauf der Geschichte wird uns ganz beiläufig und ohne jede pädagogisch-lesefördernde Geste erklärt, was wir eigentlich tun, wenn wir lesen oder auch nur zwischen Bücherregalen verschwinden und zu blättern beginnen. (...) Alice ist im Wunderland der Buchhandlung aufgewachsen, bei ihrem Vater, der im Selbstgespräch zwischen den Regalen auf und ab läuft: „Hinter ihm her flatterte die dunkle Jacke, in der er schwamm. Er war der schwarz gekleidete, würdevoll schreitende Meister, ein ausgezehrter Prediger mit funkelnden Augen und leidendem Ausdruck.“ (...) Dass dieser posthume Dialog einseitig ist, unterscheidet ihn eigentlich kaum von denen, die der Buchhändler noch zu seinen Lebzeiten mit seiner Tochter geführt hat. „Es gab viel Schweigen, viel Musik. Die Bücher hatten die private Kommunikation ersetzt, die täglichen Gespräche wurden zum professionellen Austausch über diese Bücher und ihre Botschaften.“ (...) Sylvie Schenk verfällt also nicht dem Missverständnis, dass Bücher die Kommunikation und das Verständnis der Menschen untereinander befördern. Sie weiß, dass es keine asozialere und dabei glücklichere Figur auf der Welt gibt als den manischen Leser. Dessen Kommunikation mit sich selbst wird allerdings durch die Lektüre erheblich auf Trab gebracht. Paul, der erfolgreiche Autor (dessen Frau ihn gerade verlassen hat), erklärt Alice (die in ihn verliebt ist), als es um die Fortführung der Buchhandlung geht: „Du musst dem Kunden sein eigenes Ich verkaufen. (…) Ein Leser will nicht nur ein Buch entdecken. Etwas in ihm möchte vom Buch entdeckt werden und mit ihm eine Art von stummem Dialog führen.“ So ist das wahre Verhältnis wiederhergestellt: Lesen heißt vor allem, sich um sich selbst zu kümmern. Nun besteht dieser Roman nicht vorrangig aus dem Austausch kluger Sentenzen. Es geht vielmehr um die Personen, die der Buchhändler zurückgelassen hat: um seinen Lebensgefährten Roberto (denn eines Tages hat er seine Frau verlassen und sich als schwul geoutet), um die ewig in ihn verliebte, unattraktive Kundin Veronika, die nach seinem Tod eine Gedenkveranstaltung im Theater der Stadt organisiert, deren Erlös dem Buchladen zugute kommt, um den Schriftsteller Paul und dessen Kollegen Dirk Sommer, um den ehemaligen Automechaniker Heiko, der über den zweiten Bildungsgang zum Lesen gekommen ist, derzeit als Werbetexter arbeitet und sich nie entscheiden kann, es aber immerhin dann kurz entschlossen mit des Buchhändlers Tochter hinter der Ladentheke treibt. Es ist allerhand los in diesem Roman, und über allem regiert der Schnee. Sylvie Schenk, die einmal Sylvie Gonsolin hieß und ihre Lyrik noch immer in französischer Sprache schreibt, aber seit Jahrzehnten im Rheinland lebt, hat erst mit 22 Jahren Deutsch gelernt. Offenbar führt das zu einem sparsamen, disziplinierten Umgang mit der neuen Sprache (man kennt das von Becketts Französisch), und dessen Resultat ist Schönheit. (...) Den Buchhändler aber hat es gegeben, wenn er auch nie eine Tochter hatte. Es handelt sich um den legendären Buchhändler Peter Klein aus Aachen, der 1999 an seinem 50. Geburtstag nach längerem Koma gestorben ist, nachdem er sich sein Leben lang hauptsächlich von Büchern, Kaffee und Zigaretten ernährt hatte. Wer immer als Autor einmal, viermal oder noch öfter in seinem schmalen Laden im Aachener Zentrum gelesen hat (und ich gestehe, ich gehöre dazu), wird ihn vermutlich als den Buchhändler in Erinnerung behalten. Auch die Gedenkveranstaltung im Aachener Theater mit geladenen Autoren hat wirklich stattgefunden, wenn sie auch ganz anders abgelaufen ist als in diesem Roman.
Den sollten allerdings nicht nur die Eingeweihten lesen, sondern alle, die manische Leser sind. Bevor wir uns zur Messe dann all den anderen Neuerscheinungen mit den großen Themen zuwenden, sollten wir uns von Sylvie Schenk zeigen lassen, was Bücher eigentlich sind.«
[vollständig online zu lesen unter taz.de und natürlich im PDF]

Krautgarten, 1.11.2008:
»Sylvie Schenk ist mit diesem Roman zweifelsohne das feinfühlige Porträt eines von der Literatur Besessenen gelungen, und diese hat damit dem in der Widmung erwähnten, 1999 verstorbenen, außergewöhnlichen Buchhändler Peter Klein ein literarisches Denkmal gesetzt. Gleichzeitig hat sie aber auch ein hohes Lied auf das Lesen und die Literatur verfasst.«

Deutschlandradio, Büchermarkt, 19.11.2008 (Bettina Hesse):
»(...) Christoph, ihr Vater, war eine eigenwillige, sture, aber charismatische Figur und lebte ganz und gar für die Literatur. „Ich glaube, mein Vater war eine Legende. Dann weißt du, warum ich ihn geliebt habe, sagte Roberto.“ Roberto, der langjährige Lebensgefährte, saß täglich am Bett des Freundes, der nach seinem Herzinfarkt im Wachkoma lag. Als Christoph entdeckte, dass er schwul war, verließ er Frau und Tochter, und für Alice scheint der Vater nur aus kargen Erinnerungen zusammengesetzt: „... eine im Rauch schwarz flatternde Silhouette, die im Laden gestikulierte.“ Oft herrschte Schweigen, und er gab für die Tochter weniger den Vater ab - der trat hinter dem Buchhändler zurück -, sondern eher den Lehrmeister, der sie ausgebildet und mit seiner Leidenschaft infiziert hat. Dennoch führt Alice mit ihm ein imaginäres Gespräch, um die Verbindung aufrechtzuerhalten, um eine Entscheidung zu finden. Hin und wieder ruft der Vater ihr etwas zu, denn sie wird bedrängt von Befürwortern und Gegnern, eine Handvoll unterschiedlicher Menschen, die eins gemeinsam haben: Sie sind beeindruckt von der Persönlichkeit des Buchhändlers und seinem Lebenswerk. Allen voran Veronika, unattraktive Kundin, die dem Buchhändler bewundernd zugetan war. Sie will eine Gedenkfeier für ihn veranstalten und setzt diese Idee auch durch. Da ist Paul, echter und selbstmitleidiger Schriftsteller mit guten literarischen Einfällen, aber wenig Glück bei der eigenen Frau, die ihn für seinen besten Freund sitzenlässt. Alice ist in ihn verliebt und erhofft sich vielleicht auch Unterstützung bei den eigenen Schreib-Ambitionen. Oder Heiko, ein ehemaliger Kfz-Mechaniker, der spät berufen zur Literatur fand und jetzt Geschmack an Büchern und besonders an Alice findet. Er geht ihr im Geschäft zur Hand, und spätabends vergnügen sich die beiden auf der Umzugsdecke hinter der Ladentheke. (...) So weit die Exposition von Thema und Figuren, die Sylvie Schenk leichtfüßig und auf poetische Weise zur dramaturgischen Mitte führt, zur Gedenkfeier im Theater. Dort lesen nicht nur namhafte Autoren und bringen ihre eigene Lebensproblematik mit auf die Bühne, die Handlung verdichtet sich zu einem Welttheater im Kleinen. Den Anfang macht Paul. Während er im Herzen mit seiner treulosen Frau hadert, bemerkt er, dass die professionelle Routine das Wesentliche verschüttet. Als die nächste Autorin über die Freuden des Schreibens spricht und den Schriftsteller als Herren der Zeit bezeichnet, nämlich der Vergangenheit und Zukunft seiner Figuren, löst dies bei Paul die Erkenntnis aus: „Romane erlauben uns, unberührt unseren eigenen Tod in allen Variationen zu erleben, Lesen bereitet auf das Sterben vor. Jedes Komma ist ein Infarkt, jeder Punkt ein Tod.“ Auf der Bühne feiern die Akteure ihre eigenen Vorstellungen und Ängste, der Buchhändler bleibt dabei auf der Strecke. Andererseits hilft die Trauer, das Zeremonielle, den Lebenden nicht weiter. (...) Sylvie Schenk spart nicht an Witz, sie treibt ein spielerischer Humor um. Wie gut sie sich in unterschiedliche Charaktere einfühlen kann, hat die Autorin immer bewiesen, zuletzt mit Heute ist auch noch ein Tag. Doch im neuen Buch lässt sie in leichter, oft knapper Sprache eine süffisante Parabel auf den Literaturbetrieb entstehen. Der Ton ist so jugendlich wie Alice selbst, zuweilen auch besonnen, doch immer klar. In die Dialoge sind philosophische und ästhetische Wahrheiten eingearbeitet, ohne je schwerfällig zu werden. Nur der Titel führt in Anlehnung an Erfolg versprechende Bücher in die Irre: Zwar ist Alice als Tochter des Buchhändlers die Protagonistin und bewegt sich aus dessen Schatten hin zu den Dingen des Lebens, aber im Zentrum steht die Frage: Was macht Literatur wesentlich aus? Sylvie Schenk gelingt es, dies wunderbar genau und hintergründig zu erzählen, nur zu erzählen, nicht zu beantworten. Sie kennt das Schreiben wie das leidenschaftliche Lesen, aber auch die Bedeutung der Schnittstelle zwischen beidem, die in der Vermittlungsleistung des Buchhändlers ihren unverzichtbaren Rang erhält. Und so erfindet sie für ihre Figuren einen poetischen Mikrokosmos, in dem diese exemplarisch handeln als Teil des komplexen Gefüges Literatur.«
[vollständig online zu lesen unter dradio.de und natürlich im PDF]

WDR 5 Literaturmagazin, 13.12.2008:
»Mit dem Blick der Französin erzählt Sylvie Schenk in ihrem dritten Roman Die Tochter des Buchhändlers von einer Entscheidung zwischen Vernunft und Leidenschaft und legt eine unterhaltsame und kluge Parabel auf das Wunderland Literatur vor – mit wahrem Kern.«

Der evangelische Buchberater, 1.1.2009:
»Ein wahres Geschenk! Eine wunderbare, zarte Sprache, allerdings auch ganz offen, wenn es um das Sexualleben Alices geht. Breit einsetzbar als literarisches Juwel und Vater-Erinnerungsbuch.«

De Standaard, 31.7.2009 (Johanna Spaey):
»waterproof - Een boekhandelaar sterft. Zal zijn dochter de winkel verderzetten? Een heerlijk sprookje voor gretige lezers.
'Toen de boekhandelaar op sterven lag, wist Alice niet meer wat ze moest doen', luidt de eerste zin van dit boek. Het is ook de eerste zin van de roman die het personage Alice schrijft. Pas na enige tijd komen we erachter dat de man, Christoph, haar vader is, die na een leven vol passie en tabak op zijn vijftigste aan een hartaanval is bezweken.
Hij was een boekenfanaat die meer van zijn boeken dan van hun kopers hield, maar hen wel allemaal bezielde in hun honger naar fictieve troost. Hij 'smeulde, gloeide, laaide op bij iedere discussie, ontvlamde, brandde en doofde weer uit'. Maar hij was vooral een Don Quichot die ernaar verlangde voor zijn hartstocht erkend te worden. Hij minachtte de schrijvers uit zijn stad. In zijn ogen waren ze een stelletje dikdoeners en narcisten met te weinig ambitie om grote literatuur te schrijven.
In zijn universum, ver verwijderd van bestsellers en kookboeken, hoorden twee schrijvers permanent in de winkel beschikbaar te zijn: Montaigne en Genazino.
Alice erft van haar vader niet alleen zijn boekhandel, maar ook zijn klanten. Die bezweren haar om de winkel nooit te sluiten, hoewel de zakelijke toekomst er niet goed uitziet. Alice zou liever zelf boeken schrijven dan ze te verkopen. Om de beslissing over doorgaan of sluiten uit te stellen, begint ze aan een verhaal over de dood van haar vader.
Na de begrafenis komen een aantal mensen bij elkaar die erg aan de boekhandelaar gehecht waren, onder wie de intussen succesvolle schrijver Paul Worms. Die heeft nooit anders gedaan dan voor andere mensen een bestaan te verzinnen door op treinen willekeurige reizigers uit te pikken voor wie hij dan tot hun verrassing of woede een biografie schrijft. Maar nu zijn vrouw Jana in het leven wel iets meer wil, zoals een kind, is hij een wanhopige kankeraar geworden die beseft dat hij al schrijvend zijn eigen ongeluk heeft gecreëerd.
Dan zijn er nog Roberto, de homoseksuele minnaar van de boekhandelaar die zijn verdriet met breinaalden te lijf gaat, en de lelijke Veronika die altijd met spuug in haar mondhoek rondloopt, maar na haar literaire ontmaagding door Christoph altijd een overweldigende liefde voor hem heeft gekoesterd.
Terwijl Alice die 'belachelijke' boekhandel op aanraden van haar mondaine en fantasieloze moeder toch maar zal sluiten, raakt ze meer en meer in de ban van al die mensen wier leven door haar vader en zijn passie richting kreeg en die alleen naar zichzelf op zoek kunnen door het geschreven woord te volgen.
De dochter van de boekhandelaar is een parel van een roman die weemoedige, maar onsentimentele herinneringen oproept aan stoffige boekwinkels waar de verkoper voor de verandering boeken niet aan de man brengt alsof het broden zijn.
Sylvie Schenk werd geboren in Chambéry in Frankrijk, maar woont sinds 1966 in Duitsland. Haar poëzie schrijft ze nog altijd in het Frans, maar voor haar romans verkiest ze het Duits. Elke zin, bedenking of discussie is een lust om te lezen. Ze maken van dit verhaal een heerlijk sprookje voor hongerige lezers.«

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