Bodin lacht  
   

Roman, Wien, Picus 2013, 303 Seiten
Oktav, Hardcover, ISBN 978-3-3117-2005-4, Gestaltung: Dorothea Löcke

Eine Partitur menschlicher Seelen. Sylvie Schenks Tatortbegehung ist raffiniert, spannend und kunstvoll ziseliert.

Wer hat Evelyn Gorda ermordet? Die engelsgleiche Pianistin wird eines Tages im Schilf des Blausees tot aufgefunden. Hat Martin, der manchmal auch Martina ist und bei Evelyn Klavierstunden nahm, etwas mit dem Tod zu tun? Die Polizistin Liliane Hoffmann glaubt das nicht – ihr schmieriger Kollege hingegen schon. Auch Martins Mutter Paula ist zunächst natürlich überzeugt von der Unschuld ihres Sohnes – als sie aber ihr Whiskyglas beiseitestellt, ist sie nicht mehr so sicher. Sie schickt ihn zu ihrem Exgeliebten Jürgen Bodin zur Psychotherapie, und bald glaubt Martin in dem verkorksten Therapeuten den Mörder Evelyns zu erkennen. Ist das der wahre Grund für dessen Flucht in ein Schweizer Dorf, vorgeblich auf der Suche nach einer ehemaligen Klientin?
Rund um Evelyn Gordas Tod treffen Menschen mit sonderbaren Geschichten aufeinander. Menschen, die diese Geschichten eigentlich niemandem erzählen wollen. Und doch: Unter der Oberfläche lauert die Wahrheit, und tritt sie erst zutage, können Wunden heilen und Probleme sich lösen.

Klug, raffiniert und unterhaltsam erzählt Sylvie Schenk einen spannenden Kriminalfall, der auch einen Mörder, vor allem aber die Verstrickungen menschlicher Beziehungen enthüllt.

Der Roman war vornominiert für die Hotlist 2013 der unabhängigen Verlage.

Bodin lacht
Roman Bodin lacht (2013)

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hotlist 2013

Der Roman war vornominiert für die Hotlist 2013 der unabhängigen Verlage

 

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Pressestimmen:

 

Michael Stadler in Salzburger Woche / Lungauer Nachrichten, 9. Januar 2014:
»Mit Bodin lacht gelang Sylvie Schenk ein Krimi-Debüt, das zu fesseln vermag, ohne ein Krimi im eigentlichen Sinn zu sein. (...) Überall lauern doppelte Böden auf die Leser, die ebenso in die Irre geführt werden wie das ermittelnde Polizistenduo. Dieses wähnt sich in einem Krimi, ist aber tatsächlich in einem Psychodrama gelandet. (...) [Den Therapeuten Bodin] deprimiert, seine Zeit und sich selbst verloren zu haben. Geblieben ist die Lust am falschen Spiel. Kann es sein, dass ein Mord seinem Dasein neuen Sinn gibt? (...) Sylvie Schenk gestaltet Bodin lacht als spannende Wanderung durch die Seelenlandschaften ihrer Hauptfiguren. Gedankenmüll säumt den Wegrand, tiefe Abgründe tun sich allenthalben auf. Daneben spielt die Autorin geschickt mit dem Krimi-Genre.«

 

(wa) in Tiroler Tageszeitung vom 3. Januar 2014:
»Schenk legt vielmehr auf wunderbar zarte Weise die Verwundungen der lebenden Figuren offen. (...) In Bodin lacht ist jeder auf seine Art verletzt und lechzt nach Menschen, die die Wunden heilen. Dass Liebe, Gefühle und Fürsorge jedes Herz kitten, mag kitschig klingen, muss sich aber nicht kitschig lesen. Schenk wählt ihre Geschichten und Worte richtig. Und das einen ganzen großartigen Roman lang.«

 

Maria Ott, WDR 3 (Mosaik / Passagen), 16. Dezember 2013:
»Spannend, witzig und tiefgründig ist das Buch der deutsch-französischen Autorin Sylvie Schenk, seit fünf Jahrzehnten in beiden Kulturräumen gleichermaßen zu Hause. Dabei spannt sie den Bogen vom Krimi bis zur Psychoanalyse – ohne jemals in Plattitüden abzugleiten. Sylvie Schenk ist eine Ausnahmeerscheinung in der deutschen Literatur. Obgleich Französin, schreibt sie auf Deutsch – sie lebt seit über 40 Jahren in Deutschland. Ihre Bücher passen in kein Klischee, ihre Welt – die Welt ihrer Protagonisten – sprengen die Formen herkömmlicher Erzählweise und sind doch plastisch, raffiniert und unterhaltsam erzählt. Bodin lacht ist das fünfte Buch im Picus-Verlag von Sylvie Schenk, das uns mitnimmt auf eine Reise, welche uns im besten Sinn die Augen öffnet. Denn unter der Oberfläche lauert eine Wahrheit, die, wenn sie zutage tritt, Wunden heilt und Probleme löst. (...) Während an der Oberfläche ermittelt wird, gräbt sich die Geschichte tiefer und tiefer. Ein gefundenes Fressen für diese erzählerische Methode ist die Figur des Therapeuten. Professor Bodin, Analytiker, Freudianer - kraft seines Berufs mit einschlägiger Analyse beschäftigt – und selbst Opfer seiner nie bewältigten, persönlichen Leichen im seelischen Keller. (...) Beim Abtauchen des Therapeuten in die Schweizer Berge – ein mythischer Ort, nicht zufällig gewählt – wo sonst als in den hohen Bergen und in abgelegenen Tälern suchen die Menschen den Gegenentwurf zum Alltag, eine wenigstens zeitweise Veredelung unserer banalen Existenz. Die Niederungen des Alltags – gebrochen durch immer wieder neue, ungewohnte Perspektiven – bereichern das Panoptikum des von Sylvie Schenk geschaffenen Universums. (...) Sylvie Schenk hat sich die Menschen und die Welt genau angeschaut. Sie lässt ihre Polizistin, den armen Martin, die neurotische Mutter Paula und sogar den völlig durchgeknallten Analytiker trotz beißender Ironie nicht im Regen stehen. Und sie zeigt für das gleichermaßen verrückte wie gewöhnliche Verhalten der Menschen viel Verständnis: (...) Schwarzer Humor als Höflichkeit der Verzweiflung - aber auch als Hoffnung. Vorausgesetzt, man traut sich, in den Abgrund zu blicken: Das lässt Sylvie Schenk uns ihre Figuren vorleben. Der Mord ist irgendwann aufgeklärt – aber das ist inzwischen ziemlich unwichtig. Statt dessen verstehen wir mehr über die Abgründe von Bodin, Paula, Martin und Martina – und auch der Polizistin. Sie alle erhalten eine neue Chance: neues Spiel, neues Glück, wie das Gänsespiel – ein Schicksalsspiel, eingeteilt in 63 Felder – wie der Roman –, und auf jedem Feld passiert der Figur, die draufkommt, Neues, Unvorhergesehenes. Man weiß nie vorher, was, und wohin einen das nächste Feld bringt. Sylvie Schenks neuer Roman Bodin lacht ist spannend, witzig und tiefgründig. Und er offenbart - sprachlich kreativ und kurios - das Monster in uns allen.«
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Saskia Wiedner in Krautgarten Nr. 63, St. Vith (Belgien), November 2013:
»Wie zuvor in Der Gesang der Haut und Der Aufbruch des Erik Jansen stellt Sylvie Schenk auch in ihrem neuen Roman Bodin lacht ihre Fähigkeit unter Beweis, die psychologischen Tiefenstrukturen der zeitgenössischen Gesellschaft literarisch auszuloten und rhetorisch einzukleiden. Und sie beweist ihre Affinität zu Witz und Ironie, denn Bodin hält ‚die Schriftstellerei wie die Prostitution für einen zweideutigen Beruf (…). Vor allem Krimischreiber findet er überflüssig’ (S. 221). Das Gänsespiel des Lebens ist also nicht nur ein tragischer Krimifall, sondern auch ein Augenzwinkern, es ist ambivalent und vielschichtig, und weil ‚Gott ein Egoist ist’ (ebenso wie der Autor), der alle Antworten auf das Leben unter Verschluss hält, bleibt dem Menschen und Leser nur eines: das Spiel zu spielen und im richtigen Augenblick mit Bodin zu lachen.«

 

Matthias Olk unter alliteratus.com, November 2013:
»Ihre Sprache und Stil sind einzigartig. Schenk schafft es, grausame und abstoßende Szenen – wie zum Beispiel einen Mord – durch ihren bildhaften und von der Lyrik geprägten Stil so mitreißend und ohne Floskel darzustellen, dass der Leser über seine Verzückung und seine Lust an Brutalität erschrickt. Beeindruckend ist auch die Gestaltung der Charaktere. Die Personen sind absolut unterschiedlich und bilden doch ein Netzwerk. Sie stecken voller Geheimisse, Abgründe und Verwirrungen.«
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Sabine Rother in Aachener Zeitung / Aachener Nachrichten vom 26. Oktober 2013:
»Ihr neues Werk ist ein dichtes Geflecht aus raffiniert gestalteten Charakteren, die durch einen Mordfall zusammengeführt werden. Das Ereignis gibt Sylvie Schenk die Chance, den Figuren ihres Spiels näher und näher zu rücken, in sie einzudringen und ihre Entwicklung zu analysieren. Das weckt im Leser enorme Neugier, aber auch ein Erschrecken. Wozu sind Menschen fähig? Was steckt hinter den Fassaden? (...) Die Spannung in diesem Roman baut sich aus dem zunehmenden Wissen über die handelnden Figuren auf. Sylvie Schenk nimmt den Leser mit auf gleich mehrere Seelenreisen. Was lässt einen Menschen so werden, wie er ist? Welche Ereignisse verändern ihn und ist er wirklich immer nur unschuldiges Objekt? Gleichzeitig hat sie eine Menge Sinn für Skurriles (...). Obwohl Sylvie Schenk mit Sachkunde und dichterischer Inspiration diese großen Fragen des Menschseins anspricht, wird ihr Buch nie langweilig, im Gegenteil. (...) Spannender als die Krimihandlung in Bodin lacht ist das Abtauchen in die so unterschiedlichen Leben der Akteure, was im Falle von Jürgen Bodin sogar kurzfristig noch zu einer turbulenten Nebenhandlung führt. Ein Buch, das unterhält und tief bewegt.«

 

Joseph Hanimann in Süddeutsche Zeitung vom 8. Oktober 2013:
»Sieht man in der Lektüre von Kriminalromanen das erwartungsvolle Vorandrängen über Verzögerungseffekte hinweg zur Klärung eines rätselhaften Mords, dann würde man dieses Buch nicht unbedingt einen Kriminalroman nennen. Schon an jenem Martin Vanderbeke, der da vor dem Spiegel gemächlich sein Make-up aufträgt, die Rundungen seiner unbehaarten Brust befühlt und das Tierchen zwischen den Beinen, „ein Schneckelchen, das sich irrtümlich an ihn gehängt hat“, im Mädchenhöschen verschwinden lässt, findet man solchen Gefallen, dass man beinahe den Schuss vergisst, der da drüben im Schilf am Blausee gerade gefallen ist.
(...) Martins Mutter (...) wiederum, eine mit Wohlstand, Whisky und wortseligem Eigensinn ihren Sohn an sich bindende Witwe, zieht uns ihrerseits in ihren Bann. Und dasselbe könnte vom Hausfreund Dr. Bodin gesagt werden, einem Pralinen verschlingenden, melancholisch veranlagten und diskret gähnenden Psychotherapeuten, oder von der Polizistin Liliane Hoffmann, die dank des Mordfalls die Welt der klassischen Musik kennen lernt. (...)
Denn die nackt am See liegende Leiche der zarten Evelyn Gorda ist nicht ein kriminalistisches Beweisstück für das, was geschah, sondern ein Indiz dafür, was entsprechend den gegenseitigen Verdächtigungen der Personen untereinander passiert sein muss. So kommt die Aufklärung des Falls Evelyn Gorda denn auch fast wie eine Nebensächlichkeit daher. (...) Unter jedem Drama, das aufbricht, schwelen andere Dramen, die im Verborgenen bleiben. Ihnen gilt der Roman. Es sind Geschichten von unerfüllten Träumen, bösen Nachstellungen, auch Kindsschändung und Vergewaltigung, von geraubter oder überschüssiger Identität, etwa der Doppelgeschlechtlichkeit wie im Fall Martins. (...)
In ihrem ersten Krimi spinnt die auf Deutsch schreibende Französin Sylvie Schenk raffiniert, manchmal etwas zu umständlich ihr altes Thema in einer neuen Variation weiter: dass auf Umwegen sich manchmal findet, was sich gar nicht gesucht hat.«

 

Michaela Krucsay unter info-netz-musik, 22. September 2013:
»Es ist ein - nicht immer ganz freiwilliges – Eintauchen in die menschliche Psyche: (...) Schenk versteht es, mit den von ihr heraufbeschworenen Bildern von Anfang an zu fesseln, in eine nur scheinbar abnorme Welt zu entführen und die (zunächst wahrscheinlich meist widerstrebende) Leserschaft mit unsichtbaren Fäden an ihre Protagonisten zu knüpfen.
Und diese Protagonisten sind durchaus schillernd. (...) Bodin lacht ist weit eher eine Geschichte über Selbstfindung, die den Terminus ‚normal’ in Frage stellt, ein allzu offensichtliches Sich-Bedienen an gängigen Klischees jedoch weitgehend umschifft. Ohne die Ernsthaftigkeit der von ihr behandelten Themen in Frage zu stellen und ihre Protagonisten ins Lächerliche zu ziehen, gelingt es Sylvie Schenk, durch feine Ironie den Blick in die Abgründe der menschlichen Seele von seiner Schwere, seinem Sog zu befreien. Mit einem Augenzwinkern plädiert die Autorin für das Recht des Psychiaters auf die eigenen Neurosen.
Erst auf den zweiten Blick erschließt sich zudem formal Interessantes: In Konvergenz mit der künstlerisch ansprechenden Gestaltung des Schutzumschlages, der die spiralförmig angeordneten Felder eines Gänsespiels zeigt, ist auch der Text selbst in 63 ‚Felder’ anstatt in Kapitel unterteilt. So wird das Gänsespiel in seiner symbolischen Bedeutung des unberechenbaren Spiels des Lebens zu dem zentralen Motiv, das sich stets unterschwellig, aber konsequent durch den gesamten Roman hindurchzieht und die zunächst nur lose miteinander verwobenen Handlungsstränge miteinander verknüpft. (...) Die Idee, jedes neue Kapitel mit einem inhaltlich korrespondierenden Zitat zu beginnen, ist natürlich keineswegs neu. Wird der Blick auf die Gesamtheit des Handlungsgewebes dabei gewahrt und werden die zitierten Textpassagen mit ebensolchem literarischen Charme wie mit Sachkenntnis gewählt, so bleibt dieses per se nicht mehr unbedingt innovative Mittel jedoch ein großartiges Werkzeug, sowohl atmosphärische Dichte zu schaffen als auch gleichzeitig den Intellekt der Leserschaft anzuregen. Dies gelingt Sylvie Schenk zweifellos. Ihre Selektion ist stets treffend und rangiert von hoher Literatur und psychotherapeutischer Fachlektüre über profane Kochrezepte bis hin zu aktuell gängigen Internetlexika. Vergangenheit und Gegenwart reichen sich die Hand, schrauben sich in der Ewigkeitssymbolik der Spirale empor wie das Gänsespiel im Spiegel der Doppelhelix des Lebens. Der Kreis schließt sich. (...) Vielmehr sind es, wie schon eingangs erwähnt, die allzu alltäglichen Abgründe der menschlichen Psyche, die den Dreh- und Angelpunkt bilden. Vielleicht kann man Sylvie Schenks neuestes Werk auch als einen Roman der Beziehungsbefindlichkeiten bezeichnen. In jedem Fall aber handelt es sich dabei um ein Paradebeispiel niveauvoller Unterhaltungsliteratur – sprachlich hochwertig, unaufdringlich modern –, die wie nebenbei zu mehr Verständnis und Toleranz einlädt, ohne je ins Moralisierende abzugleiten.«
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Ferdinand Quante, WDR 5 "Bücher", 21. September 2013:
»Trostbedürftig sind sie alle: die Vanderbekes ebenso wie die erschütterte Kommissarin. Der Mord erweist sich als dunkler Sog, der die Beteiligten zwingt, ihr Leben einer Revision zu unterziehen. Bodin lacht ist kein waschechter Krimi, sondern ein Roman, der Krimi-Elemente nutzt, um eine komplexe Beziehungsgeschichte in Gang zu setzen, die letztlich wichtiger und auch zwingender ist als die Suche nach dem Täter. Das Verbrechen am See wird denn auch fast beiläufig aufgeklärt, die düsteren Schatten der Vergangenheit, die den Therapeuten Bodin und die Kommissarin Liliane Hoffmann quälen, sind da von anderem Kaliber. Indirekte Rede, das behutsame Hineinhorchen in die Figuren und ein feinsinnlich herbeigezauberter Herbst, der in seiner Nebligkeit mehr als nur Kulisse ist, das alles trägt die hochvitale Geschichte mit schöner Melancholie.«

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